Zuhause
Tiermedizin
Erst mit uns sind unsere Liebsten geschützt.
Sie begleiten uns, spenden Trost und sind ein Stück Zuhause: Für viele Menschen gehören Haustiere zur Familie. Die Nähe zwischen Mensch und Tier hat jedoch auch eine Kehrseite. Wenn unsere Hunde etwa durch Parks oder Wiesen streifen, bringen sie häufig Zecken oder Flöhe mit, die auch Menschen krank machen können.
In Deutschland infizieren sich jährlich Zehntausende Menschen mit Borreliose, einer durch Zeckenstiche übertragenen Krankheit. Unbehandelt kann sie Nerven und Gelenke schädigen und im schlimmsten Fall auch das Herz angreifen. Ein wirksamer Parasitenschutz für Hunde kann so Tier und Mensch zugleich schützen.
Dieses Beispiel illustriert ein übergeordnetes Prinzip bei der Bekämpfung von Krankheiten: „One Health“ („Eine Gesundheit“). Die Gesundheit von Menschen, Tieren und ihrer Umwelt hängt eng zusammen. Je stärker der Mensch in die Lebensräume von Wildtieren eindringt und die Artenvielfalt bedroht, desto höher ist das Risiko, dass neue Erreger auf ihn übergehen.
Dies wird bei Zoonosen besonders deutlich. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragen werden. Knapp 75 % der Infektionskrankheiten beim Menschen sind tierischen Ursprungs. Dazu zählen beispielsweise Ebola, Tollwut, AIDS/HIV und Mpox. Umgekehrt können Erkältungsviren für Schimpansen tödlich sein, da sie oft über keine entsprechende Immunität verfügen.
One Health steht für einen interdisziplinären Ansatz, der solche Wechselwirkungen und die Welt als Ganzes im Blick hat. Dank der Leistungen der chemisch-pharmazeutischen Industrie profitieren auch unsere Haustiere davon: beispielsweise durch Tollwutimpfungen – oder vorbeugenden Schutz vor Parasiten.
Biotenside
Erst mit uns löst Spülmittel fette Probleme
Was macht Spülmittel so wirksam gegen Schmutz und Fett? Tenside. Sie sorgen dafür, dass Öl und Wasser miteinander vermischt werden können, was wegen der hohen Oberflächenspannung des Wassers sonst nicht funktioniert. Ist fettiger Schmutz von Tensiden umhüllt, löst er sich leichter von Oberflächen.
Das macht Tenside zu einem Multitalent beim Geschirrspülen sowie in Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten. Allerdings werden Tenside bislang meist auf Basis fossiler Rohstoffe oder tropischer Öle hergestellt.
Die Chemieindustrie hat deshalb eine nachhaltige Alternative entwickelt: ein Tensid aus nachwachsenden Rohstoffen. Hierfür fermentieren spezielle Bakterien über ihren Stoffwechsel Zucker, der aus Pflanzen gewonnen wird. Das Ergebnis sind neuartige Biotenside, die biologisch abbaubar und unbedenklich für die Umwelt sind – also optimale Wirkstoffe für Spülmittel und Co. Der Clou: Die Biotenside sind sehr hautverträglich und werden auch in Produkten zur Hautreinigung eingesetzt.
Ein Problem bei der Herstellung mussten die Forschenden zuvor noch lösen. Die Bakterien benötigen für die Fermentation Luft von außen, wodurch bei den Testproduktionen viel Schaum entstand. Auch diese Herausforderung löste die Chemie in dem frisch patentierten Verfahren. Damit kann die neue Generation von Biotensiden erstmals im industriellen Maßstab hergestellt werden.
Spülmittel und Hautpflegeprodukte auf Basis von Biotensiden sind bereits auf dem Markt. Außerdem sorgen sie in Farben und Lacken für eine bessere Farbverteilung. Als Alleskönner zeigen sie schon jetzt ihre vielfältigen Talente – und sind auf der Basis nachwachsender Rohstoffe besser fürs Klima.
Regenerative Landwirtschaft
Erst mit uns tut Ackern auch dem Klima gut
Die Weltbevölkerung wächst – und mit ihr der Bedarf an Nahrungsmitteln. Dies ist eine große Herausforderung für die Landwirtschaft: Sie muss die steigende Nachfrage decken, obwohl sie mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen hat – von Dürren bis hin zu Überschwemmungen. Wie können wir die Erträge steigern und gleichzeitig wertvolle natürliche Ressourcen bewahren?
Eine Lösung bietet das Konzept der regenerativen Landwirtschaft. Es fördert Bodengesundheit, reduziert Treibhausgase und erhält die Biodiversität. Die Unternehmen arbeiten dabei Hand in Hand mit Landwirtinnen und Landwirten an fortschrittlichen Anbaupraktiken und Produkten, die gute Ernten sichern und natürliche Ressourcen wiederherstellen. Gemeinsam entwickeln sie individuell passende Lösungen.
Ein Beispiel sind Zwischenfrüchte wie Rettiche und Klee, die nach der Anbausaison gepflanzt werden und den Boden vor Erosion und Feuchtigkeitsverlust schützen. Dadurch kann der Boden mehr CO2 speichern. Ebenso nützlich für die Bodenqualität sind natürliche Mikroorganismen. Speziell entwickelte Mikroben helfen, die Pflanzen besser mit Nährstoffen zu versorgen. Das steigert den Ernteertrag und verringert den Bedarf an Dünger.
Diese Maßnahmen helfen, die Ursachen des Klimawandels abzumildern. Aber auch für die bereits sichtbaren Folgen der Klimakrise arbeitet die Landwirtschaft an Lösungen. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung von verbesserten Nutzpflanzen. Neue Pflanzen wie zum Beispiel Kurzhalm-Mais benötigen weniger Ressourcen und sind zugleich widerstandsfähiger gegen Starkwinde.
Zudem stehen neue Anbaupraktiken wie Direktsaat- Reis im Fokus. Im Gegensatz zum herkömmlichen Anbau müssen Felder mit Direktsaat-Reis nicht geflutet werden. Das reduziert den Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent und senkt zudem die Treibhausgasemissionen um bis zu 45 Prozent.
Von diesem ganzheitlichen Ansatz profitiert das Klima ebenso wie viele Landwirtinnen und Landwirte. So können Ernten und Lebensgrundlagen gesichert werden. Gerade für kleinere Betriebe auf der ganzen Welt ist das ein großer Gewinn – ermöglicht von moderner Agrarplanung und Erfindergeist!