Kinder spielen auf einem Spielplatz
Impfstoffe
Impfstoffe

Wir verleihen Ihnen Immunität!

Impfungen trainieren unser Immunsystem und bereiten es auf die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren vor. Dank moderner Impfstoffe von der Chemie wird auf diese Weise meist ein Gesundheitsschutz aufgebaut, der über Jahre hinweg wirksam bleibt. So werden schwere Krankheiten und Todesfälle verhindert, und das Leben ist ein Stück unbeschwerter.

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Diphtherie in der Defensive

1901 erhielt Emil von Behring den Nobelpreis für sein ...„Heilserum“ gegen die Atemwegsinfektion Diphtherie. Zuvor hatte die wegen der dunklen Beläge an Rachen und Kehlkopf auch als „(Rachen-)Bräune“ bekannte Infektion unzähligen Menschen, vor allem Kindern, das Leben gekostet. Noch heilbringender als von Behrings „Heilserum“ war die ab 1923 verfügbare aktive Diphtherie-Impfung. Der Impfstoff zählt zu den so genannten Totimpfstoffen, die die Produktion von Antikörpern durch in den Körper eingebrachte abgetötete Erreger oder Teile von ihnen anregen. Bei der Impfstoffherstellung machte der Immunologe Gaston Ramon die Toxine der Diphtheriebakterien mit Formaldehyd unschädlich. Diese Errungenschaft war vor etwa 100 Jahren der Schlüssel für die weitere Entwicklung von Impfstoffen. Schon bald folgten Immunisierungen gegen Keuchhusten (1926), Tetanus (1927) und Grippe (1936).

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Kinderlähmung erfolgreich zurückgedrängt

Polio (eigentlich: Poliomyelitis, dt.: Kinderlähmung) ...kann, häufig im Kindesalter, zu bleibenden Lähmungen und, falls die Atemmuskulatur betroffen ist, auch zum Tod führen. Auslöser ist die Infektion mit dem Poliovirus, das Nervenzellen im Rückenmark angreift. Weltweit wurde die Krankheit durch hohe Impfraten weit zurückgedrängt, Europa gilt seit 2002 als poliofrei. Ein erster Meilenstein war die Entwicklung eines Impfstoffs durch den US-Mediziner Jonas Salk. Der unter Kollegen als verschroben geltende Einzelgänger nutzte mit Formaldehyd abgetötete Polioviren als Antigene (also wirksame Impfstoff-Bestandteile), testete den Impfstoff erst an sich selbst und an seiner Familie, dann mit einer Million Kinder in den USA, den so genannten Polio-Pionieren. Sobald der Impfstoff dort flächendeckend zum Einsatz kam, sanken die durchschnittlichen jährlichen Poliofallzahlen von 45.000 auf 910. Zusammen mit der Schluckimpfung, die Albert Sabin kurz darauf entwickelte, trug Salks Entdeckung zur weltweiten Eindämmung der Kinderlähmung bei.

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Knock-out für die Pocken

1980 erklärte die WHO die Pocken weltweit für ausgerottet ...– das bislang einzige Mal, dass Impfungen eine Seuche weltweit vollständig eliminiert haben. Bis ins 20. Jahrhundert waren Pocken gefürchtet: Ähnlich wie bei der Pest, fielen ihnen Millionen von Menschen zum Opfer. Rustikal muten frühe Impfversuche an: Im 18. Jahrhundert brachte man Gesunden den Eiter möglichst nur leicht Pockenkranker durch Einritzen unter die Haut, später wurden Impffäden mit diesem getränkt und durch Hautwunden gezogen. Als „Impfstoffe“ folgten die Lymphe von an Kuhpocken Erkrankten, danach „humanisierte Lymphe“, die von Arm zu Arm verabreicht wurde. Um 1800 entstanden in Deutschland erste staatliche Impfinstitute, ab 1874 galt im ganzen Reich eine Impfpflicht. Wegen häufiger Übertragungen von Syphilis durfte ab 1917 nicht mehr mit Menschenlymphe geimpft werden, sondern nur noch mit der teureren Säugetierlymphe. 1967 verschärfte die WHO die Qualitätsstandards für Pocken-Impfstoffe, 1973 folgte ein moderner Impfstoff aus Zellkulturen. 1976 wurde in Deutschland die allgemeine Pocken-Impfpflicht aufgehoben.

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Mit Gentechnik gegen Krebs

Etwa 1600 Frauen versterben jährlich an Gebärmutterhalskrebs ...in Deutschland. Ein Risikofaktor, der für die meisten Erkrankungen verantwortlich ist, sind humane Papillomviren (HPV). Seit einigen Jahren sind gentechnisch produzierte, sogenannte rekombinante Impfstoffe gegen mehrere der Krebs verursachenden HPV-Typen verfügbar. Sie werden in Stahltanks unter Zuhilfenahme von Hefe- oder Insektenzellen hergestellt. Diese Zellen erkennen die Informationen aus bestimmten Genen des Erregers und produzieren die für den Impfstoff nötigen Bestandteile (Antigene). Mit gentechnischen Produktionsverfahren können auch Bestandteile von Erregern hergestellt werden, die sich nicht außerhalb von Mensch oder Tier vermehren lassen. Auch einige andere Impfstoffe – etwa gegen Cholera, Hepatitis B und B-Meningokokken – werden gentechnisch hergestellt.

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Jedes Jahr Neues aus dem Ei

Noch immer wird die Grippe unterschätzt: Viele wissen ...nicht, dass die meisten meldepflichtigen Infektionen in Deutschland auf ihr Konto gehen. Nur 35 Prozent der Über-60-Jährigen sind hierzulande gegen sie geimpft. Für die Forscher beginnt das Katz-und-Maus-Spiel jedes Jahr aufs Neue. Weil sich Influenza-Viren stark wandeln, müssen die Impfstoffe für jede Grippesaison neu entwickelt werden. Ein komplizierter Prozess, der sich über mehrere Monate erstreckt, und stets mit der WHO abgestimmt ist. Denn produziert werden Impfstoffe gegen diejenigen Virenstämme, die die Weltgesundheitsorganisation für die nächste Wintersaison erwartet. Dafür werden die Viren meist in Hühnereiern vermehrt, bevor sie in einer komplexen Prozedur gereinigt, zerlegt und schließlich zum Impfstoff weiterverarbeitet werden.

Gesundheit

Sicherer Schutz für Säuglinge

Meningokokken sind Bakterien, die vor allem für Säuglinge ...und Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Die Erreger werden durch einfache Tröpfcheninfektion übertragen und können im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung hervorrufen. Mit ernsten Folgen: Einige Patienten erleiden Behinderungen, für manche endet eine Meningokokken-Infektion sogar tödlich. Gegen vier Varianten („Serotypen“) des Bakteriums war bislang ein Impfschutz möglich. Jetzt immunisiert ein neu entwickeltes Präparat gegen den Serotyp B, der in Deutschland für den Großteil der Erkrankungen verantwortlich ist. Mit ihm können Säuglinge bereits ab einem Alter von zwei Monaten geschützt werden.

Schon gewusst?

Seit 1986 können Zellen der Bäckerhefe mit Hilfe von Gentechnik Bausteine für den Hepatitis-B-Impfstoff produzieren.

Impfen dank HefeImpfen dank HefeImpfen dank Hefe

Gesundheit

Impfen dank Hefen

Um einen Schutz vor Hepatitis B zu entwickeln, griff ...die medizinische Chemie auf ein ganz alltägliches Produkt zurück: die Bäckerhefe. Der Hepatitis-B-Impfstoff war 1986 einer der frühen Erfolge auf dem Gebiet der gentechnischen Arzneimittelherstellung. Notwendig ist er immer noch, da weltweit etwa 350 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert sind, der jährlich etwa zwei Millionen Todesopfer fordert. Bei der Produktion des Impfstoffs geht die Pharmazie einen interessanten Umweg. Arzneimittelforscher isolierten aus dem Virus zunächst die Erbanlage eines seiner Eiweiße und schleusten sie in Zellen der Bäckerhefe. Diese Hefezellen (und alle ihre Nachfahren) produzieren seither das Eiweiß für den Impfstoff. Der Vorteil: Weil die Produktion ohne Hepatitis-B-Viren auskommt, birgt der Impfstoff kein Ansteckungsrisiko.

Gesundheit

Wider die Krebs-Viren!

Unter jungen Frauen ist er die zweithäufigste krebsbedingte ...Todesursache in Deutschland: der Gebärmutterhalskrebs. Jährlich erkranken bis zu 7.000 Frauen, von denen ca. 1.800 dem Tumor erliegen. Als Auslöser konnten humane Papillom-Viren (HPV) identifiziert werden. Allein zwei Typen dieser Viren sind für 70 Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. Für diese Erkenntnis wurde Harald zur Hausen 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Der deutsche Forscher legte mit seinen Studien den Grundstein für die beiden Impfstoffe gegen den Gebärmutterhalskrebs, die gentechnisch hergestellt werden und gegen die krebserzeugenden Viren immunisieren.

ImpfbuchImpfbuchImpfbuch

Gesundheit

Den Körper lernen lassen

Beim Impfen werden abgeschwächte oder abgetötete ...Krankheitserreger (bzw. Bestandteile davon) injiziert, die keine Erkrankung auslösen können. Auf diesen „Probealarm“ hin lernt der Körper dazu und bildet Antikörper und „Gedächtniszellen“. Dadurch ist er für den eventuellen Ernstfall – die tatsächliche Infektion – für viele Jahre oder ein Leben lang vorbereitet. Gegen mehr als 25 oft lebensbedrohliche Krankheiten bietet die Pharmazie heute Impfstoffe an. Deshalb haben viele davon hierzulande längst ihren Schrecken verloren. Anders sieht es bei Fernreisen aus: Urlauber sollten sich stets vorab von erfahrenen Reisemedizinern beraten lassen. Denn Krankheitserreger gedeihen in fernen Ländern aufgrund anderer Klimaverhältnisse, anderer Überträger-Tiere und manchmal geringerer Hygienestandards besser als in Mitteleuropa.

Gesundheit

Gehirn außer Gefahr

Wer gern nach Südostasien reist, kann sich jetzt besser ...gegen die Japanische Enzephalitis (JE) schützen. Das Virus, das durch Mückenstiche übertragen wird, kann schwere Folgeschäden verursachen und fordert jährlich bis zu 15.000 Menschenleben. Es ruft eine Entzündung des Gehirns hervor, bei der bisher nur eine Behandlung der Symptome möglich ist. Die Impfung ist deshalb die beste Gegenmaßnahme. Seit 2009 ist nun in Europa ein neu entwickelter Impfstoff verfügbar. Dabei handelt es sich um einen sogenannten inaktivierten Impfstoff, bei dem die Erreger abgetötet sind. Gewonnen wird er aus Zellkulturen. Der Impfstoff regt nach einer Injektion die Bildung von JE-Antikörpern im menschlichen Organismus an.

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