Wasser und Hygiene für alle – noch ein weiter Weg

Weltweit leben 2,4 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern ohne sanitäre Grundversorgung. Nur 27 % der gesamten Weltbevölkerung verfügt laut UNICEF über angemessene Möglichkeiten zum Händewaschen. Sie alle sind potenziell noch anfälliger für Krisen wie COVID-19 – zumal es in ihren Ländern allzu oft kein lückenlos funktionierendes öffentliches Gesundheitswesen gibt. Zum fehlenden Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung kommt eine mangelhafte Aufklärung über gute Hygienepraktiken.

Schon hier wird deutlich: Wasser und der offene Zugang dazu hat viele Facetten, welche das Leben der Menschen in ihren Grundbedürfnissen berühren. Das gilt für die Gesellschaften in Entwicklungs- und Schwellenländern, aber – in weniger existenzieller Weise – auch für die Industriegesellschaften.

Das Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen, bis 2030 alle Menschen mit einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser zu versorgen und Zugang zu einer angemessenen und gerechten sanitären Versorgung und Hygiene zu ermöglichen – das SDG 6 –, erscheint vor diesem Hintergrund mehr als ambitioniert. Und doch müssen wir alles daransetzen, es zu erreichen. Dabei ist nicht nur die Politik gefordert, sondern auch die Wirtschaft. 

Denn Wasser spielt nicht nur in unserem Alltag eine wichtige Rolle, sondern auch in der Produktion. Auch sie ist letztlich auf das Verwenden von nachhaltigen Wasserressourcen angewiesen, wobei die Verfügbarkeit von Wasser immer stärker unter dem zunehmenden Klimawandel leidet. 

Der Schlüssel zur Reduzierung des Wasserverbrauchs besteht darin, das Wasser so weit wie möglich wiederzuverwenden. Das Ziel für die Wassernutzung in der Produktion muss daher sein: In Zukunft den Kreislauf zu schließen und weder Wasser aus natürlichen Ressourcen zu entnehmen noch Wasser nach außen hin ableiten.

Das ist auch für viele hochspezialisierte und innovative Unternehmen am Standort Deutschland eine große Herausforderung. Gleichwohl fordern wir Betriebsräte hier mit Nachdruck und fortwährend Besserungen ein – durchaus auch mit Erfolg. Ziel für die Papierproduktion muss die effiziente Wassernutzung während des gesamten Lebenszyklus der Produkte sein. Der Hygienekonzern Essity hat sich diesem Ziel im Sinne des SDGs 6 angenommen.

Mit der Herstellung von Papierprodukten (u.a. Tork und Zewa) am Standort Mannheim hat man sich schon früh diesem Themenfeld in seiner Breite über einen Sozial- sowie Umweltbericht genähert. Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser ist in einem Bündel von Nachhaltigkeitszielen gedacht und umgesetzt worden, es geht einher mit dem Ziel, bis spätestens 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. 

Klar ist auch: Würden wir vorankommen bei den Zielen des SDG 6, böte dies gleichzeitig große Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen auf der ganzen Welt. Nicht zuletzt in den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Sanitärversorgung. Daher sind mit dem Ziel Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen (Ziel 6) für uns als internationaler Hygienepapierproduzent auch die SDGs Gute Gesundheit und Wohlbefinden (Ziel 3), Gleichstellung der Geschlechter (Ziel 5), Verantwortungsbewusster Konsum und Produktion (Ziel 12), Klimaschutzmaßnahmen (Ziel 13), Leben an Land (Ziel 15) eng verknüpft und ebenfalls in unserem Fokus.

Wenn es um die Verbesserung des Zugangs zu nachhaltigen Sanitär- und Hygienelösungen geht, müssen wir ein besonderes Augenmerk auf Mädchen und Frauen legen. Auch auf diesem Feld sind sie leider bis heute benachteiligt. Dabei ist internationales Engagement, auch in den besonders betroffenen Ländern und Regionen grundlegend.

Dieses betreiben wir sowohl unabhängig als auch mit Partnern zusammen, um zu einer nachhaltigen Wassernutzung und Abwasserentsorgung beizutragen. Internationale Aktionstage erregen zusätzlich Aufmerksamkeit und sollten gemeinsam mit Partnern genutzt werden, etwa der „Global Handwashing Day“ und der „World Hand Hygiene Day“. 

Essity arbeitet auch mit verschiedenen Akteuren wie Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Umwelt- und Sozialfragen, zwischenstaatlichen Organisationen (IGO) wie den Vereinten Nationen, der Weltgesundheitsorganisation, der Europäischen Union, der OECD usw. sowie mit Handels- und Industrieverbänden zusammen. Essity ist Partner der UN und hat einige Auszeichnungen für besonders ausgeprägtes Umweltbewusstsein erhalten.

Der Autor

Frank Gottselig ist Konzernbetriebsratsvorsitzender der Essity GmbH in Mannheim und seit 2013 Mitglied des ehrenamtlichen Hauptvorstands der IGBCE.

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