Freizeit & Sport

Das steht Ihnen aber!

Ob Alltagsklamotte oder extravagantes Outfit: Seit Beginn der Zivilisation spielt Kleidung eine zentrale Rolle in allen Kulturen und ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Die Chemie zieht uns an – etwa mit Fasern, die leicht, strapazierfähig und dehnbar sind, oder Jeans, die ihren „Stonewashed-Look“ durch umweltfreundliche Enzyme erhalten haben. So machen Kleider Leute!

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Mode

Die Modewelt hängt am seidenen Faden

Das Jahr 1885 gilt als „das Geburtsjahr der Kunstseide“, ...denn damals gelang es Graf Hilaire de Chardonnet, die erste cellulosische Chemiefaser („Nitrokunstseide“) aus gelöster Dinitrocellulose herzustellen. Da diese Form der Viskose noch viel zu leicht brennbar war, wurde sie später von der Viskosefaser ersetzt, die bis heute auf Basis von Cellulosexanthogenat hergestellt wird. Im 20. Jahrhundert holten dann die rein synthetischen Fasern auf: Das im Jahr 1935 erfundene Polyamid, besser bekannt als Nylon oder Perlon, veränderte im Rahmen des „Nylon-Days“ am 16. Mai 1940 die Modewelt und führte zu langen Schlangen vor Strumpfwarenläden. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzten sich Chemiefasern wie Polyester, Polyacrylnitril und Elastan weiter durch und gehören heute zu den Hauptrohstoffen der Modebranche.

Mode

Stoff für Historiker

Wer kleidete sich wann womit? Von den Fellen und der ...Schafwolle in der Steinzeit über das Flachs-Leinen der Sumerer (5000 v. Chr.), die Baumwolle (Peru, 2700 v. Chr.) und die Seide (China, 2600 v. Chr.) gelangte der Mensch in der Antike zum Hanf. Lange Zeit bestand Kleidung aus diesen Naturmaterialien. 1665 wurde in England erstmals die Idee geäußert, künstliche Fäden aus einer zähflüssigen Masse herzustellen. In den folgenden 200 Jahren haperte es aber noch mit der Umsetzung.

Mode

Nie mehr „beizender“ Gestank

Nicht ohne Grund wurden die Ledergerber im Mittelalter ...an den Rand der Städte gedrängt. Das offene Trocknen sowie das Beizen der Tierhäute mit Hundekot brachten selbst unempfindliche Nasen an ihre Grenzen.Schluss damit machte ab 1907 ein Mittel namens Oropon, das aus Enzymen der Bauchspeicheldrüse von Schlachttieren, vor allem von Schweinen, hergestellt wurde. Erstmals war es gelungen, Mikroorganismen in so großen Mengen herzustellen, dass sie im industriellen Maßstab produziert werden konnten. Diese Innovation gilt als die erste biotechnologische Anwendung in der gewerblichen Produktion. Sie revolutionierte die Lederherstellung, sorgte für hygienische Arbeitsbedingungen, geringeren Wasserverbrauch sowie bessere Lederqualitäten – und erlaubte ganzen Stadtvierteln das unbeschwerte Durchatmen.

Mode

Jeans-Trend: grün statt steinreich!

Unvorstellbar! Früher wurde der beliebte Beinkleid-Klassiker ...häufig gesteinigt. Bis auch Enzyme diesen martialischen Job übernahmen. Beim herkömmlichen Verfahren werden die Stonewashed-Jeans in großen Industriewaschmaschinen zusammen mit Bimssteinen gewaschen. Die rauen Vulkangesteine schmirgeln den blauen Denim-Stoff für die gewünschte Optik ab.Doch durch moderne biotechnologische Verfahren sind es seit Ende der Achtzigerjahre in vielen Fällen spezielle Enzyme, die den Stoff in Zusammenarbeit mit der Mechanik der Trommelwaschmaschine teilweise entfärben. Die Enzyme belasten das Abwasser weniger (bis dato 600 Gramm Steinabrieb pro Hose) und die Waschmaschinen halten länger.So wird die Blue Jeans grün: Die Enzyme sind biologisch vollständig abbaubar und sparen bis zu 70 Prozent an Wasser und Energie sowie 97 Prozent an Schadstoffen im Abwasser ein.

Saubere Wäsche

Saubere Sache!

Vom Feind zum Freund der Hausfrau: Ausgerechnet Bakterien ...produzieren seit 1960 Enzyme, die Wäsche sauber machen. Sie spalten zuverlässig Eiweiße, Fette und Stärke – und entfernen so erfolgreich Flecken. Nur wenige Jahre nach ihrer Entwicklung wirkten sie bereits in 80 Prozent aller Waschmittel. Parallel sank die Waschtemperatur, bei der sie arbeiten, immer weiter. Das machte der bis dato verbreiteten Kochwäsche den Garaus. Heute spielen moderne Waschmittel ihr Können bereits bei Temperaturen ab 15° Celsius aus. Je niedriger die Waschtemperatur, desto mehr kann gespart werden – denn die meiste Energie beim Waschen wird für das Erhitzen des Wassers benötigt und nicht etwa für den Antrieb der Trommel. Niedrige Waschtemperaturen senken den Stromverbrauch, verringern den Kohlendioxidausstoß und helfen so beim Klimaschutz.

Saubere Wäsche

Cool bleiben!

Allein durch das Waschen bei jeweils niedrigerer Temperatur ...(zum Beispiel 40° statt 60° Celsius) können in Deutschland 1,3 Millionen Tonnen CO2 jährlich eingespart werden. Dank spezieller Enzyme aus der Biochemie.

Saubere Wäsche

Tausendsassas in der Trommel

Die mitunter größten Haushaltshelfer sind unsichtbar: ...Enzyme. Die speziellen Eiweißkörper sorgen für weiße Wäsche und frische Farben. Enzyme zum Wäschewaschen wurden erstmals 1913 beschrieben und damals aus Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren gewonnen. Mittlerweile hat die chemische Industrie Enzyme auch dank Gentechnik zu hochspezialisierten Schmutzlösern weiterentwickelt, die es mit jeder Schmutzart aufnehmen: Bestimmte Enzyme spalten Eiweiße und wirken z. B. gegen Ei-, Blut- und Milchflecken. Andere zersetzen Stärke und lösen Verschmutzungen wie Kartoffelbrei oder Pudding. Auch Fetten und Ölen wie Salatöl, Bratenfett und fetthaltigen Kosmetika sagen spezialisierte Enzyme den Kampf an. Doch damit nicht genug: Enzyme frischen sogar Farben auf und entfernen Flusen von Textilien – und nach getaner Arbeit werden sie biologisch abgebaut.

Saubere Wäsche

Weg mit dem Fleck!

Sie sind wahre Fleckenwunder und arbeiten hocheffizient. ...Nur wenige Milligramm biotechnologisch produzierter Enzyme reichen in modernen Wasch- und Maschinengeschirrspülmitteln für strahlende Resultate aus. Während des Waschens oder Spülens dringen sie gezielt in Verschmutzungen ein und spalten diese auf. Dabei wirkt jeder Enzymtyp spezifisch gegenüber nur einer Stoffklasse: Bestimmte Enzyme spalten eiweißhaltigen Schmutz und wirken beispielsweise gegen Ei-, Blut- und Milchflecken. Andere zersetzen Stärke und lösen Verschmutzungen wie Kartoffelbrei, Schokolade oder Pudding. Auch Fetten und Ölen wie etwa Salatöl, Bratenfett, Kragenfett (Talg) und fetthaltigen Kosmetika sagen spezialisierte Enzyme den Kampf an. Aber auch das Entfernen von Baumwollfusseln oder das Konservieren der glatten Oberflächen und Farben von Textilien gehört zu ihren Aufgaben.

Saubere Wäsche

Waschen ohne Muskelkraft

Schluss mit den Schwielen und Schrammen! Bis ins frühe ...20. Jahrhundert war das Wäschewaschen mit dem Waschbrett eine äußerst kräftezehrende Angelegenheit. Bis Otto Röhm auf den Plan trat. Der Schwabe hatte als Erfinder eines Lederbeizmittels bereits Erfahrung mit tierischen Enzymen sammeln können, die er aus Bauchspeicheldrüsen von Schlachttieren, vor allem Schweinen gewann. Unterstützt durch seine Frau, entwickelte er den ersten Schmutzlöser auf Basis dieser speziellen Eiweißkörper. Nun reichte es aus, die Wäsche nach einem Bad in dem Schmutzlöser mit etwas Seife und leichtem Bürsten und Reiben zu reinigen. Der Schmutzlöser, der 1914 als Wegbereiter moderner, enzymhaltiger Waschmittel in Pulverform auf den Markt kam, trug den Namen der weißen Robe der nordafrikanischen Araber: Burnus.

Sport

Weltklasse zu Wasser

Spätestens seit der deutsche Vierer 1972 mit einem Kunststoffboot Gold holte, spielen Kunststoffe ihre Stärken auch im Wassersport aus. Ruder- und Segelboote samt Takelage sowie Kanus und Kajaks profitieren von modernen Materialien wie Polyester, Polyamid oder Aramid. Kunststoffe erlauben einen Leichtbau bei maximaler Stabilität und machen die Boote strapazierfähig, steif, wendig und schnell. Diese ...Eigenschaften kommen Top-Athleten wie Freizeitsportlern gleichermaßen zugute. Kajaks können mittlerweile sogar aus einem Guss produziert werden. Die deutsche Kunststoff-Industrie unterstützt seit Langem den deutschen Wassersport. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London holte „Team Kunststoff“ drei Gold-, zwei Silber- und drei Bronze-Medaillen – und stellte damit erneut das erfolgreichste Team innerhalb der deutschen Olympiamannschaft.

Sport

Ganz großer Sport!

Keine Rekordjagd ohne Kunststoffe! Boote, Sportausrüstung, ...Schutzkleidung oder der Bau ganzer Arenen sind ohne ihren Einsatz nicht denkbar. Natürlich profitieren auch Freizeitsportler von neuen Materialien in Sportschuhen, Skiern, Surfbrettern und Snowboards, die mehr Spaß und Spitzenleistungen möglich machen. Also: auf die Plätze, fertig, los!

Sport

Happy Landing

Kaum ein Sport vereint Ästhetik und Athletik so konsequent ...wie das Turmspringen. Was der Zuschauer nicht weiß: Im Training werden die Sportler nicht einmal nass. Gesprungen wird dann zwar auch in ein Becken – das allerdings mit weichen Schaumstoffwürfeln gefüllt ist. Dieser ungewöhnliche Wasserersatz besteht aus Polyurethan und sorgt für eine extraweiche Landung. Wasser wäre bei 2.000 Trainingssprüngen im Monat deutlich zu hart für die Haut. Paradox: Wassersport wird so zur trockenen Angelegenheit. Das steigert das Wohlbefinden und senkt die Erkältungsgefahr der Sportler. Auch der Unterboden und das Becken selbst bestehen – bis auf die tragende Holzkonstruktion – weitgehend aus Schaumstoff. Und im Wettkampfmodus macht es dann wieder „platsch!“.

Sport

PURer Poolspaß

Wer bei einer „Schnitzelgrube“ ein Fleisch-Eldorado ...erwartet, liegt falsch, obwohl es durchaus ums Liegen geht. In einer solchen Trockensprunganlage, so die offizielle Bezeichnung, trainierten DDR-Athleten beim Turmspringen seit 1967. Seitdem hat die Idee weite Verbreitung gefunden, die Sportler im Training nicht im bzw. auf Wasser landen zu lassen. Stattdessen fangen beschichtete Schaumstoffwürfel aus Polyurethan (PUR) die Sportler auf. Die trockenen Fakten: weniger harte Aufschläge, reduzierte Verletzungsgefahr, wegen des reduzierten Wasserkontakts geringeres Erkältungsrisiko und kürzere Unterbrechungen zwischen den Sprüngen. Und weil die Polsterung immer besser wurde, wurden die Gruben immer weniger tief: Statt anfangs vier Metern reichen heute zwei Meter für eine sichere und schmerzfreie Landung im Schaumstoffmeer.

Sport

Auf Biegen ohne Brechen

Der Stabhochsprung zählt zu den faszinierendsten Leichtathletikdisziplinen: ...Es geht hoch hinaus, und die Gesetze der Schwerkraft werden auf akrobatische Weise „ausgehebelt“. In der Frühphase der seit 1896 olympischen Disziplin bestanden die Stäbe aus Holz, Bambus oder Aluminium. Richtige Höhenflüge, also Sprünge über sechs Meter, wurden erst durch Innovationen der Chemie möglich. Seit den 1960er-Jahren bestanden die Stäbe nur aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), ab 1987 zunehmend aus mit Kohlenstofffasern verstärktem Kunststoff (Carbon, CFK). Doch Carbon allein erwies sich als zu brüchig. Erst die Kombination aus verschiedenen Fasern und Kunstharzen machte die Stäbe deutlich biegsamer. Heute hat sich ein Materialmix aus Carbonfasern (steif), Aramidfasern (stoßfest), Glasfasern und Polyethylenfasern (schlagfest) durchgesetzt.

Surfer - Wassersport dank KunststoffSurfer - Wassersport dank KunststoffSurfer - Wassersport dank Kunststoff

Sport

Wassersport dank Kunststoff

Surfen und Segeln sind Ausdruck eines Lebensgefühls. ...Chemie macht dieses Lebensgefühl überhaupt erst möglich. Selten haben von ihr entwickelte Kunststoffe so viel Spaß gemacht wie in Form von Surfbrett, Mast und Segel. Robuste Seile aus Chemiefasern machen den Segeltörn perfekt. Denn sie sind reißfest sowie resistent gegen UV-Strahlung und Salzwasser. Neopren sorgt dafür, dass Surfer nicht unterkühlen. Im 0,5 bis 8 mm starken Neopren sind winzige Luftbläschen eingeschlossen, die wärmeisolierend wirken. Der Synthesekautschuk bietet außerdem eine hohe Elastizität. Diese trägt dazu bei, dass der Sportler sich optimal bewegen kann und einen angenehmen Tragekomfort hat. Dank Chemiefasern und Kunststoffen können Sportler Spitzenleistungen erzielen.

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