Gesundheit

Leben retten mit einem Piks

Die Entwicklung neuer Impfstoffe ist ein Forschungsgebiet, das die Chemie maßgeblich vorantreibt. Denn trotz permanent verbesserter Therapiemöglichkeiten ist es immer noch die erste Wahl, Erkrankungen präventiv zu verhindern. Hier sind Impfungen der Schlüssel für einen zuverlässigen Gesundheitsschutz, denn sie helfen gefährlichen Krankheiten vorzubeugen.

Das könnte Sie auch interessieren

Gesundheit

Sicherer Schutz für Säuglinge

Meningokokken sind Bakterien, die vor allem für Säuglinge ...und Kleinkinder eine Gefahr darstellen. Die Erreger werden durch einfache Tröpfcheninfektion übertragen und können im schlimmsten Fall eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung hervorrufen. Mit ernsten Folgen: Einige Patienten erleiden Behinderungen, für manche endet eine Meningokokken-Infektion sogar tödlich. Gegen vier Varianten („Serotypen“) des Bakteriums war bislang ein Impfschutz möglich. Jetzt immunisiert ein neu entwickeltes Präparat gegen den Serotyp B, der in Deutschland für den Großteil der Erkrankungen verantwortlich ist. Mit ihm können Säuglinge bereits ab einem Alter von zwei Monaten geschützt werden.

Schon gewusst?

Seit 1986 können Zellen der Bäckerhefe mit Hilfe von Gentechnik Bausteine für den Hepatitis-B-Impfstoff produzieren.

Impfen dank HefeImpfen dank HefeImpfen dank Hefe

Gesundheit

Impfen dank Hefen

Um einen Schutz vor Hepatitis B zu entwickeln, griff ...die medizinische Chemie auf ein ganz alltägliches Produkt zurück: die Bäckerhefe. Der Hepatitis-B-Impfstoff war 1986 einer der frühen Erfolge auf dem Gebiet der gentechnischen Arzneimittelherstellung. Notwendig ist er immer noch, da weltweit etwa 350 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert sind, der jährlich etwa zwei Millionen Todesopfer fordert. Bei der Produktion des Impfstoffs geht die Pharmazie einen interessanten Umweg. Arzneimittelforscher isolierten aus dem Virus zunächst die Erbanlage eines seiner Eiweiße und schleusten sie in Zellen der Bäckerhefe. Diese Hefezellen (und alle ihre Nachfahren) produzieren seither das Eiweiß für den Impfstoff. Der Vorteil: Weil die Produktion ohne Hepatitis-B-Viren auskommt, birgt der Impfstoff kein Ansteckungsrisiko.

Gesundheit

Wider die Krebs-Viren!

Unter jungen Frauen ist er die zweithäufigste krebsbedingte ...Todesursache in Deutschland: der Gebärmutterhalskrebs. Jährlich erkranken bis zu 7.000 Frauen, von denen ca. 1.800 dem Tumor erliegen. Als Auslöser konnten humane Papillom-Viren (HPV) identifiziert werden. Allein zwei Typen dieser Viren sind für 70 Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. Für diese Erkenntnis wurde Harald zur Hausen 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Der deutsche Forscher legte mit seinen Studien den Grundstein für die beiden Impfstoffe gegen den Gebärmutterhalskrebs, die gentechnisch hergestellt werden und gegen die krebserzeugenden Viren immunisieren.

ImpfbuchImpfbuchImpfbuch

Gesundheit

Den Körper lernen lassen

Beim Impfen werden abgeschwächte oder abgetötete ...Krankheitserreger (bzw. Bestandteile davon) injiziert, die keine Erkrankung auslösen können. Auf diesen „Probealarm“ hin lernt der Körper dazu und bildet Antikörper und „Gedächtniszellen“. Dadurch ist er für den eventuellen Ernstfall – die tatsächliche Infektion – für viele Jahre oder ein Leben lang vorbereitet. Gegen mehr als 25 oft lebensbedrohliche Krankheiten bietet die Pharmazie heute Impfstoffe an. Deshalb haben viele davon hierzulande längst ihren Schrecken verloren. Anders sieht es bei Fernreisen aus: Urlauber sollten sich stets vorab von erfahrenen Reisemedizinern beraten lassen. Denn Krankheitserreger gedeihen in fernen Ländern aufgrund anderer Klimaverhältnisse, anderer Überträger-Tiere und manchmal geringerer Hygienestandards besser als in Mitteleuropa.

Gesundheit

Gehirn außer Gefahr

Wer gern nach Südostasien reist, kann sich jetzt besser ...gegen die Japanische Enzephalitis (JE) schützen. Das Virus, das durch Mückenstiche übertragen wird, kann schwere Folgeschäden verursachen und fordert jährlich bis zu 15.000 Menschenleben. Es ruft eine Entzündung des Gehirns hervor, bei der bisher nur eine Behandlung der Symptome möglich ist. Die Impfung ist deshalb die beste Gegenmaßnahme. Seit 2009 ist nun in Europa ein neu entwickelter Impfstoff verfügbar. Dabei handelt es sich um einen sogenannten inaktivierten Impfstoff, bei dem die Erreger abgetötet sind. Gewonnen wird er aus Zellkulturen. Der Impfstoff regt nach einer Injektion die Bildung von JE-Antikörpern im menschlichen Organismus an.

HipokratesHipokratesHipokrates

Gesundheit

Ursache und Wirkung

Hippokrates brach mit der traditionellen Sicht, Krankheiten ...seien eine Strafe der Götter. Stattdessen lehrte er, der Arzt solle den Patienten möglichst unvoreingenommen beobachten und daraus auf die Krankheit und ihre Ursachen schließen. Auch wenn er mit Vorstellungen wie der „Säftetheorie“, nach der sich der Körper durch „Kochung“ heile, nicht immer ins Schwarze traf: Hippokrates legte den Grundstein für die moderne Medizin – auch indem er der Natur Selbstheilungskräfte zusprach, die durch eine entsprechende Lebensweise gefördert werden können. Übrigens wurde der „Eid des Hippokrates“ wahrscheinlich vor seiner Zeit verfasst. Da die hippokratischen Schriften uneinheitlich überliefert wurden, lassen sich viele Inhalte weder einem bestimmten Autor noch einer konkreten Epoche zuordnen.

Pharmazie: BlutentnahmeröhrchenPharmazie: BlutentnahmeröhrchenPharmazie: Blutentnahmeröhrchen

Gesundheit

Hand in Hand: Diagnostik und Behandlung

Labordiagnostik ist ein Kernelement der modernen Medizin. Bei zwei Dritteln aller klinischen Diagnosen spielen labormedizinische Untersuchungen eine entscheidende Rolle. Mithilfe von Labordiagnostika und Analysesystemen können niedergelassene Ärzte und Krankenhauslaboratorien – in einigen Fällen aber auch Patienten selbst – Körperflüssigkeiten oder Gewebe untersuchen. Eine große Hilfe, denn ...ohne zutreffende Diagnose ist keine zielgerichtete Krankheitsbehandlung möglich. Und je eher eine Krankheit diagnostiziert wird, desto erfolgversprechender und kostengünstiger kann sie in aller Regel kuriert werden. Die Pharmazie liefert dafür die notwendigen Medikamente.

Laborantin der medizinischen ChemieLaborantin der medizinischen ChemieLaborantin der medizinischen Chemie

Gesundheit

Herz oder Lunge?

Wenn Patienten mit akuter Atemnot in die Notaufnahme ...eingeliefert werden, steht der Arzt vor der Frage: Herz oder Lunge? Krankheiten beider Organe können die Ursache einer Atemnot sein. So kann eine Behinderung der Atemwege zu Luftnot führen – aber auch eine krankhafte Herzschwäche, bei der das vom Körper benötigte Blutvolumen nicht mehr in die Lunge gepumpt wird. Da aber die Therapie je nach Organ ganz unterschiedlich ist, ist die genaue Diagnose äußerst wichtig. Seit 1990 hilft dabei ein einfacher Bluttest: Unter Druckbelastung setzt das Herz verstärkt ein Protein frei, das sogenannte B-Type Natriuretic Peptid (BNP). Es ist oft der entscheidende Hinweis, dass eine Herzschwäche (und nicht etwa eine Lungenerkrankung) die akute Atemnot verursacht. Die BNP-Messung ist für die Diagnose bei Patienten mit akuter Atemnot unverzichtbar geworden.

Notarzt - Troponintest zur Diagnose von HerzinNotarzt - Troponintest zur Diagnose von HerzinNotarzt - Troponintest zur Diagnose von Herzin

Gesundheit

Verlässliche Auskunft

Ein Herzinfarkt kommt nicht von jetzt auf gleich, er ...bahnt sich an: Mikroskopisch kleine Schädigungen des Herzmuskels gehen dem Infarkt voraus. Lange Zeit konnten diese Mikrozellschädigungen nicht erkannt werden. Das ist heute anders. Denn seit 1989 lässt sich eine Substanz im Blut nachweisen, die nur von geschädigten Herzzellen ausgeht: Troponin T und I. Ärzte können dank der Troponintests bei Patienten mit unklaren Herzbeschwerden einen Herzinfarkt diagnostizieren und die Behandlung danach ausrichten. Denn was viele nicht wissen: Trotz „normalem“ EKG kann ein Herzinfarkt vorliegen. Inzwischen sind diese Marker in die Behandlungs-Leitlinien aufgenommen und führten zu einer neuen Definition des Herzinfarktes. Troponintests retten Leben.

Gesundheit

Detektivarbeit im Blut

Bluttransfusionen, die eigentlich Leben retten sollten, ...wurden Ende der 1970er-Jahre plötzlich zu einer Gefahr. Unbemerkt wurde mit dem Blut auch eine bis dahin unbekannte Krankheit übertragen: AIDS. Kein Test konnte das neue, die Krankheit auslösende HI-Virus nachweisen. Dies änderte sich erst 1985, als die Diagnostika-Industrie den ersten HIV-Test auf den Markt brachte. Der sogenannte Immunoassay spürt Antikörper des HI-Virus im Blut auf. Seitdem wird jede Blutspende routinemäßig daraufhin überprüft, ob der Spender infiziert ist. Auch bei Menschen, die fürchten, sich angesteckt zu haben, wird zunächst der Immunoassay-Suchtest angewandt. Ist das Ergebnis positiv, wird vorsorglich ein Bestätigungstest durchgeführt, der keine Antikörper nachweist, sondern den direkten Virusnachweis erlaubt.

Kunststoffe

Flexible Formensprache

Sie halten in unserem Alltag vieles zusammen – und ...einiges aus: Kunststoffe.

MEHR ZUM THEMA

Mode

Das steht Ihnen aber!

Ob Alltagsklamotte oder extravagantes Outfit ... 

MEHR ZUM THEMA

Sport

Sport & Chemie

Ob Spaß oder Spitzenleistung: Die Chemie macht mit! 

MEHR ZUM THEMA

Berufsleben

Gelebte Verantwortung

Die Chemie ist für ihre Beschäftigten da. 

MEHR ZUM THEMA
TEILEN
Facebook Google+ Pinterest Twitter

Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies machen unser Angebot nutzerfreundlicher und effektiver. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. WEITERE INFORMATIONEN