Gesundheit

Bei bester Gesundheit

Bei bester Gesundheit

„Gesundheit“ beschreibt weit mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Kein Wunder also, dass dies einer der wichtigsten Wünsche der Deutschen ist.
Die Chemie trägt dazu bei, Gesundheit und Vitalität in unserer Gesellschaft zu verbessern. Mit modernen Medikamenten und medizinischen Meilensteinen, die den hohen Standard unserer Gesundheitsversorgung begründen.

Hier erfahren Sie, wie die Chemie die Medizingeschichte mitschrieb und welche Möglichkeiten sie heute für Diagnose und Therapie eröffnet.

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Ursache und Wirkung

Hippokrates brach mit der traditionellen Sicht, Krankheiten ...seien eine Strafe der Götter. Stattdessen lehrte er, der Arzt solle den Patienten möglichst unvoreingenommen beobachten und daraus auf die Krankheit und ihre Ursachen schließen. Auch wenn er mit Vorstellungen wie der „Säftetheorie“, nach der sich der Körper durch „Kochung“ heile, nicht immer ins Schwarze traf: Hippokrates legte den Grundstein für die moderne Medizin – auch indem er der Natur Selbstheilungskräfte zusprach, die durch eine entsprechende Lebensweise gefördert werden können. Übrigens wurde der „Eid des Hippokrates“ wahrscheinlich vor seiner Zeit verfasst. Da die hippokratischen Schriften uneinheitlich überliefert wurden, lassen sich viele Inhalte weder einem bestimmten Autor noch einer konkreten Epoche zuordnen.

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Basis einer jeden Behandlung

Labordiagnostik ist ein Kernelement der modernen Medizin. Bei zwei Dritteln aller klinischen Diagnosen spielen labormedizinische Untersuchungen eine entscheidende Rolle. Mithilfe von Labordiagnostika und Analysesystemen können niedergelassene Ärzte und Krankenhauslaboratorien – in einigen Fällen aber auch Patienten selbst – Körperflüssigkeiten oder Gewebe untersuchen. Eine große Hilfe, denn ...ohne zutreffende Diagnose ist keine zielgerichtete Krankheitsbehandlung möglich. Und je eher eine Krankheit diagnostiziert wird, desto erfolgversprechender und kostengünstiger kann sie in aller Regel kuriert werden.

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Herz oder Lunge?

Wenn Patienten mit akuter Atemnot in die Notaufnahme ...eingeliefert werden, steht der Arzt vor der Frage: Herz oder Lunge? Krankheiten beider Organe können die Ursache einer Atemnot sein. So kann eine Behinderung der Atemwege zu Luftnot führen – aber auch eine krankhafte Herzschwäche, bei der das vom Körper benötigte Blutvolumen nicht mehr in die Lunge gepumpt wird. Da aber die Therapie je nach Organ ganz unterschiedlich ist, ist die genaue Diagnose äußerst wichtig. Seit 1990 hilft dabei ein einfacher Bluttest: Unter Druckbelastung setzt das Herz verstärkt ein Protein frei, das sogenannte B-Type Natriuretic Peptid (BNP). Es ist oft der entscheidende Hinweis, dass eine Herzschwäche (und nicht etwa eine Lungenerkrankung) die akute Atemnot verursacht. Die BNP-Messung ist für die Diagnose bei Patienten mit akuter Atemnot unverzichtbar geworden.

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Verlässliche Auskunft

Ein Herzinfarkt kommt nicht von jetzt auf gleich, er ...bahnt sich an: Mikroskopisch kleine Schädigungen des Herzmuskels gehen dem Infarkt voraus. Lange Zeit konnten diese Mikrozellschädigungen nicht erkannt werden. Das ist heute anders. Denn seit 1989 lässt sich eine Substanz im Blut nachweisen, die nur von geschädigten Herzzellen ausgeht: Troponin T und I. Ärzte können dank der Troponintests bei Patienten mit unklaren Herzbeschwerden einen Herzinfarkt diagnostizieren und die Behandlung danach ausrichten. Denn was viele nicht wissen: Trotz „normalem“ EKG kann ein Herzinfarkt vorliegen. Inzwischen sind diese Marker in die Behandlungs-Leitlinien aufgenommen und führten zu einer neuen Definition des Herzinfarktes. Troponintests retten Leben.

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Detektivarbeit im Blut

Bluttransfusionen, die eigentlich Leben retten sollten, ...wurden Ende der 1970er-Jahre plötzlich zu einer Gefahr. Unbemerkt wurde mit dem Blut auch eine bis dahin unbekannte Krankheit übertragen: AIDS. Kein Test konnte das neue, die Krankheit auslösende HI-Virus nachweisen. Dies änderte sich erst 1985, als die Diagnostika-Industrie den ersten HIV-Test auf den Markt brachte. Der sogenannte Immunoassay spürt Antikörper des HI-Virus im Blut auf. Seitdem wird jede Blutspende routinemäßig daraufhin überprüft, ob der Spender infiziert ist. Auch bei Menschen, die fürchten, sich angesteckt zu haben, wird zunächst der Immunoassay-Suchtest angewandt. Ist das Ergebnis positiv, wird vorsorglich ein Bestätigungstest durchgeführt, der keine Antikörper nachweist, sondern den direkten Virusnachweis erlaubt.

Schon gewusst?

Seit 1986 können Zellen der Bäckerhefe mit Hilfe von Gentechnik Bausteine für den Hepatitis-B-Impfstoff produzieren.

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Impfen dank Hefen

Der Hepatitis-B-Impfstoff war 1986 einer der frühen ...Erfolge auf dem Gebiet der gentechnischen Arzneimittelherstellung. Notwendig ist er immer noch, da weltweit etwa 350 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert sind, der jährlich etwa zwei Millionen Todesopfer fordert. Bei der Impfstoffproduktion geht die Medizin einen interessanten Umweg: über Hefe. Arzneimittelforscher isolierten aus dem Virus zunächst die Erbanlage eines seiner Eiweiße und schleusten sie in Zellen der Bäckerhefe. Diese Hefezellen (und alle ihre Nachfahren) produzieren seither das Eiweiß für den Impfstoff. Der Vorteil: Weil die Produktion ohne Hepatitis-B-Viren auskommt, birgt der Impfstoff kein Ansteckungsrisiko – weder für das Personal des Herstellers noch für die Geimpften.

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Wider die Krebs-Viren!

Unter jungen Frauen ist er die zweithäufigste krebsbedingte ...Todesursache in Deutschland: der Gebärmutterhalskrebs. Jährlich erkranken bis zu 7.000 Frauen, von denen ca. 1.800 dem Tumor erliegen. Als Auslöser konnten humane Papillom-Viren (HPV) identifiziert werden. Allein zwei Typen dieser Viren sind für 70 Prozent aller Erkrankungen verantwortlich. Für diese Erkenntnis wurde Harald zur Hausen 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Der deutsche Forscher legte mit seinen Studien den Grundstein für die beiden Impfstoffe gegen den Gebärmutterhalskrebs, die gentechnisch hergestellt werden und gegen die krebserzeugenden Viren immunisieren.

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Den Körper lernen lassen

Beim Impfen werden abgeschwächte oder abgetötete ...Krankheitserreger (bzw. Bestandteile davon) injiziert, die keine Erkrankung auslösen können. Auf diesen „Probealarm“ hin lernt der Körper dazu und bildet Antikörper und „Gedächtniszellen“. Dadurch ist er für den eventuellen Ernstfall – die tatsächliche Infektion – für viele Jahre oder ein Leben lang vorbereitet. Gegen mehr als 25 oft lebensbedrohliche Krankheiten gibt es heute Impfstoffe. Deshalb haben viele davon hierzulande längst ihren Schrecken verloren. Anders sieht es bei Fernreisen aus: Urlauber sollten sich stets vorab von erfahrenen Reisemedizinern beraten lassen. Denn Krankheitserreger gedeihen in fernen Ländern aufgrund anderer Klimaverhältnisse, anderer Überträger-Tiere und manchmal geringerer Hygienestandards besser als in Mitteleuropa.

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Gehirn außer Gefahr

Wer gern nach Südostasien reist, kann sich jetzt besser ...gegen die Japanische Enzephalitis (JE) schützen. Das Virus, das durch Mückenstiche übertragen wird, kann schwere Folgeschäden verursachen und fordert jährlich bis zu 15.000 Menschenleben. Es ruft eine Entzündung des Gehirns hervor, bei der bisher nur eine Behandlung der Symptome möglich ist. Die Impfung ist deshalb die beste Gegenmaßnahme. Seit 2009 ist nun in Europa ein neu entwickelter Impfstoff verfügbar. Dabei handelt es sich um einen sogenannten inaktivierten Impfstoff, bei dem die Erreger abgetötet sind. Gewonnen wird er aus Zellkulturen. Der Impfstoff regt nach einer Injektion die Bildung von JE-Antikörpern im menschlichen Organismus an.

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Diener der Menschheit

Seit Ende des 19. Jahrhunderts sorgen Impfstoffe und die ersten ursächlich wirkenden Medikamente für bahnbrechende Erfolge im Kampf gegen Infektionskrankheiten. So bekämpfen Antibiotika krankmachende Bakterien, und seit den 1960er-Jahren eliminieren Virostatika schädliche Viren. Viele – auch tödliche – Krankheiten haben seitdem ihren Schrecken verloren. 

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Sieg über die Syphilis

Sie galt lange Zeit als Geißel der Menschheit und ...forderte noch im frühen 20. Jahrhundert weltweit Millionen Todesopfer: die Syphilis. Rettung brachte ab 1910 das Medikament Salvarsan, das erste chemisch hergestellte Antibiotikum. Mit ihm ließ sich Syphilis heilen, wodurch es in der Folge auch zu weniger Ansteckungen kam. Allein zwischen 1910 und 1915 sank die Zahl der Syphilis-Neuerkrankungen in Deutschland um 50 Prozent.

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Wählerischer Wirkstoff

Bei seiner Suche nach einem Syphilis-Medikament entdeckte ...Paul Ehrlich, dass sich manche Zellen mit einem Farbstoff einfärben ließen, andere jedoch nicht. Darauf aufbauend entwickelte der Berliner Forscher das Prinzip der selektiven Vergiftung und einen auf Arsen basierenden Wirkstoff, der „wählerisch“ vorging: Er griff vor allem die Krankheitserreger an, kaum aber die gesunden Zellen. Nicht nur weil es viele Menschenleben rettete, war Salvarsan eine epochemachende Innovation. Es war auch eins der ersten chemisch-synthetischen Medikamente und das erste, das eine umfassende klinische Prüfung durchlaufen hatte.

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Zufallsprodukt und Lebensretter

Mit verwundertem Blick entdeckte Alexander Fleming ...1928 einen der wichtigsten Arzneistoffe der Menschheit: das erste natürliche Antibiotikum. In einer Petri-Schale – so bemerkte der schottische Bakteriologe – gediehen die gezüchteten Bakterienkolonien nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Pilz, der sich in die Schale geschlichen hatte. Den offenbar bakterientötenden Stoff, den der Pilz ausschied, taufte Fleming Penicillin. Er verhindert die Bildung von Stützfäden, die die Bakterien-Zellwand stärken. Ohne diese platzen die Bakterien.

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Die Tablette schlechthin

Sie ist so bekannt wie die Beatles und seit fast 100 ...Jahren der Inbegriff der wohltuenden Schmerzlinderung: die Aspirin-Tablette. Dabei startete Aspirin 1899 erst als Pulver, bevor die Acetylsalicylsäure in Tablettenform ihren weltweiten Siegeszug antrat. Aspirin wurde permanent weiterentwickelt und schaffte es ins Guinness Buch der Rekorde, auf den Mount Everest und 1969 sogar bis auf den Mond.

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